Was beim Verzeihen wirklich zählt!

Bist Du gut darin, um Verzeihung zu bitten? Oder anders gesagt „Dich zu entschuldigen“? Und damit meine ich mehr, als ein einfaches „Sorry, war nicht so gemeint.“

Ich kann ja nichts dafür!

Kürzlich erzählte mir eine Frau, dass ihr Partner permanent, ja eigentlich täglich, Dinge sagt und tut, die sie sehr verletzen. Und sein mehr oder weniger abgedroschener Standard-Spruch ist tatsächlich: Sorry, war nicht so gemeint.
Dann, wenn er das gesagt hat, schaut er etwas betroffen, schiebt seinen Stress von der Arbeit vor, oder einen Streit mit seinen Eltern…. – und im nu ist ein anderes Thema im Mittelpunkt: Nämlich er, anstatt sie! Er mit all seinem Drama und Leid. Und sie soll dann alles ganz schnell vergessen und verziehen haben, denn „eigentlich“ kann er ja durch sein Leid nicht einmal etwas dafür, dass ihm etwas gemeines heraus gerutscht ist. Die ersten Male ist der Frau das gar nicht aufgefallen,  sie dachte sogar darüber nach, ob sie vielleicht einfach ein wenig zu empfindlich ist….

Was läuft hier eigentlich?

Aber als die Verletzungen gar nicht aufhören und sie irgendwann den Mut hat, mit einer Freundin darüber zu sprechen, wird ihr deutlich, dass sie sich in einem Maße verletzen lässt und dies permanent verzeiht, was andere Menschen – wie z. B. ihre Freundin – nie mit sich machen lassen würden. Vielleicht kennst Du solche Situationen ja – egal von welcher Seite. Und es geht hier gar nicht darum, zu bewerten, ob er das Arsch ist und sie die Überempfindliche. Darum geht es nicht. Als wir uns etwas ausführlicher darüber unterhielten, wurde ihr klar, dass es für sie nicht darum geht, ihn als den Gemeinen zu sehen der ein „böses Spiel“ mit ihr treibt, sondern darum, dass sie nie gelernt hat, Grenzen zu setzen und dass sie nie gelernt hat, sich selber wichtig zu nehmen. Du merkst vermutlich schon, worauf ich hinaus will: Es geht beim Verletzen und beim Verzeihen darum, wirklich innezuhalten und achtsam hin zu schauen, was läuft hier eigentlich hinter der Bühne, ganz im Feinen ab? Was wird hinter den Gedanken „wie ungerecht etwas doch ist“ und so weiter eigentlich gefühlt und empfunden? Wie nahe ist man sich selber, wie wertschätzend geht man mit sich selber um? Wir arbeiteten daran, wie sie sich besser wahrnehmen und gesunde Grenzen setzen kann. Das bewirkte, dass sie aufhörte, halbherzig alles zu verzeihen und dieser unschöne Kreislauf mit ihrem Partner war beendet.

Die Haltung zählt!

Wenn es etwas gibt, wofür es ein Verzeihen oder eine Entschuldigung braucht, dann ist meiner Meinung nach eines ausschlaggebend: Die Haltung! Die Haltung der Person, die etwas Verletzendes sagt, und die Haltung der Person, die verzeiht und die die Entschuldigung annimmt. Insbesondere, wenn es um starke Verletzungen geht. Aber wenn man genau hin schaut, gilt dies auch bei kleineren Fehlern, denn sie eignen sich, um achtsam zu trainieren und genauer hin zu schauen. Wenn es um Schuld und Verletzung geht und wer wem verzeiht, dann ist die vordergründige Bühne oft sehr laut und sie  übertönt das, warum es hinter dem Vorhang eigentlich wirklich geht. Daher kann man durchaus sagen: Verzeihen braucht Zeit! Egal, um welche Seite es sich hier handelt: Wenn Du derjenige bist, der verletzt hat, dann stelle Dir die Frage, welches Gefühl, welches Bedürfnis in Dir hat dafür gesorgt, den anderen zu verletzen? Warst Du vielleicht hilflos, voller Angst oder Scham? Was immer es war… Was war Dein Grund? Und forsche doch einmal nach: Kennst du dieses Gefühl vielleicht auch schon länger und nicht erst seit dieser Verletzung?
Wenn Du um Verzeihung bittest, dann frage Dich: Warum tust Du das? Aus welchem Bedürfnis heraus tust Du das? Bringe wirklich Bewusstheit für Dich selber in den kompletten Ablauf. Und wenn Du das alleine nicht kannst, suche Dir eine vertrauensvolle Person, mit der Du das kannst. Dasselbe gilt, wenn Du um Verzeihung gebeten wirst: Kannst Du und möchtest Du wirklich verzeihen? Wenn ja, warum tust Du das, und was fühlst du dabei? Nimmst Du Dich und Deine Gefühle dabei ernst? Welches Bedürfnis hast Du? Wenn Du verziehen hast, ist dann wirklich reine Luft und herrschen friedliche Gefühle?

So kann nichts heilen!

Dich kann niemals jemand niemand zwingen, etwas zu verzeihen! Das kann er nur vordergründig, nur, wenn Du Dich selbst dabei im Stich lässt, nur „auf der Bühne“. Wenn es sich innerlich nicht danach anfühlt, dann fehlt noch etwas! Das ist sehr wichtig, das zu spüren! Wie verzwickt das alles ablaufen kann, habe ich Dir in dem Beispiel mit der Frau geschildert. Wenn wir verletzt wurden und nicht bei uns selber schauen, sondern entweder danach schauen, wie „böse“ der Andere doch ist oder aber versuchen, den Anderen zu verstehen, dann wird es nicht wirklich gut werden.  Besonders spannend ist es, wenn wir einer Person gegenüber Verständnis entwickeln, und uns darüber selber vergessen und, oder verlassen. Ich nenne mal ein gängiges Beispiel: Der Vater, der in seiner Kindheit selber nur Gewalt erlebt hat und wohl deshalb uns geprügelt hat – und wenn wir das erkennen, vergessen über diese Erkenntnis aber,  was er mit uns gemacht hat, dann kann mit genau diesem Verzeihen nichts(!) in uns und zwischen uns heilen! Ich möchte betonen, dass diese Erkenntnis wertvoll und wichtig ist: Den Anderen mit seiner Geschichte zu sehen. Aber wenn Du über solch eine Erkenntnis Dein eigenes Leid verleugnest oder vergisst, bringt diese Erkenntnis niemandem etwas! Denn dahinter steckt der Satz: Wenn ich dich verstehe, dann darf ich nicht mehr leiden, dann darf es mir nicht mehr schlecht gehen. Und damit wiederholen wir unser Leid immer wieder, wie übergehen uns selber und heilen nicht das, worum es wirklich geht.

Hinfühlen ist angesagt!

Ein Verzeihen reicht also viel, viel weiter und tiefer, als es oft erscheint und Du kannst, egal auf welcher Seite Du stehst, etwas dafür tun: Indem Du Dich um Deine Gefühle und Bedürfnisse kümmerst! Eines möchte ich noch hinzu fügen: Sätze, die mit einer wirklichen Entschuldigung überhaupt nichts zu tun haben sind Sätze wie zum Beispiel: Sorry, aber……
Oder auch der Satz: Es tut mir leid, wenn du so empfindest… Solche Sätze haben rein gar nichts mit einer Entschuldigung zu tun, sei da wirklich aufmerksam! Denn, solange das eigene Verhalten gerechtfertigt wird oder etwas relativiert oder neutralisiert wird, hat das mit wahrem Verzeihen rein gar nichts zu tun. Und ob wir es wahrhaben wollen oder nicht, so etwas wirkt sich auf die Beziehung zu unserem Gegenüber, als auch auf die Beziehung zu uns selber aus. Daher lohnt es sich wirklich, hinzufühlen!
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