Teil 1 – Ich bin halt so!

Eine der bekanntesten und bequemsten Ausreden lautet „ich bin halt so“. Am besten lässt sich das an einem Beispiel verdeutlichen: Eine Frau geht für ihre Familie einkaufen und vergisst die Zeitschrift, die sich ihr Mann gewünscht hat. Als der Mann abends nach Hause kommt und die Zeitschrift nicht vorfindet, fährt er seine Frau ziemlich laut und garstig an. Seine Frau zuckt zusammen und fragt: „Wieso bist Du wegen solch banalen Dingen immer so aufbrausend?“ Seine Antwort: „Ich bin halt so“. Zack, das war’s mit der Unterhaltung und das war’s auch erst einmal mit Begegnung für diesen Moment. „Ich bin halt so“ ist ein ziemlich spannendes Thema und daher wird es auch zwei Folgen dazu geben, die erste hier und heute, und die zweite folgt in ein paar Tagen.

Erfolgsverhinderer Nummer 1

Gehörst Du zu den Menschen, die diesen Satz öfter mal gebrauchen? Oder bist Du jemand, der diese Ausrede immer mal wieder zu hören bekommt? Der Satz „ich bin halt so“ beinhaltet den Nachsatz „also komm klar damit“. Um es auf einen Nenner zu bringen: Dieser Satz ist DER Killer in jeder Beziehung – egal ob in der Partnerschaft, in der Familie, in Freundschaften oder wo auch immer. Und dazu kommt auch noch, dass der Satz „ich bin halt so“ der absolute Erfolgsverhinderer ist, da er denjenigen, der ihn ausspricht zu einem Opfer deklariert, ganz nach dem Motto „ich bin halt so, ich kann nix dafür und ich kann auch nix ändern – blödes Schicksal halt“.

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„Da kann man eben nichts machen!“ –  Ist das so?

Warum das so ist und was das Spannende an genau diesem Satz ist, dass lass uns doch hier mal gemeinsam beleuchten. Menschen, die diesen Satz gebrauchen, die sagen auch gerne „Naja, mein Vater war auch schon so, ist halt vererbt, da kann man nichts machen“.
Das ist ausgesprochen bequem, denn wenn man nichts daran machen kann, dann muss man sich weder damit beschäftigen, noch muss man sich um Veränderung bemühen.

Solltest Du diese Haltung haben, dann stelle ich Dir jetzt die Frage: Kannst Du ganz sicher sein, dass Du so bist und es keine Chance auf Veränderung gibt, bis an Dein Lebensende? Kannst Du es ganz klar mit Ja beantworten, dass Du so bist, und dass es nicht einfach nur EINE von vielen Gewohnheiten und Möglichkeiten ist „zu sein“?

Ich bin der Überzeugung, dass es nur EINE Möglichkeit ist, wie Du sein kannst, – die zwar als Gewohnheit etwas tiefer in Dir verankert ist, aber Du hast jeden Augenblick Deines Lebens die Möglichkeit, auch ganz anders zu sein!

Muster und Blockaden

Wir alle besitzen bestimmte alte Muster, die uns heute blockieren und die es uns manchmal auch richtig schwer machen. Viele davon haben wir uns in unserer Kindheit angeeignet als Reaktion auf schwierige oder bedrohliche Situationen und Umstände, da wir als Kind darauf angewiesen waren, konstant ein sicheres Umfeld zu haben. Wenn Du eine recht ausgeglichene Kindheit hattest, mag es sein, dass solche Muster oder Strategien, die Du Dir angeeignet hast, Dein Leben in weniger ausgeprägter Form behindern oder einschränken. Wenn Du jedoch traumatisierende Dinge in Deiner Kindheit erlebt hast, dann sind solche Muster oftmals enorm wirksam, was sich zum Beispiel dadurch zeigen kann, dass Du Dich unfrei und fremdbestimmt fühlst, dass Dein Körper immer wieder wie aus dem Nichts mit Symptomen reagiert, dass Du unter Ängsten, Zwängen oder Süchten leidest oder andere einschränkende Dinge Dich nicht das Leben leben lassen, das Du gerne leben würdest. So viel zum Thema Muster bzw. Blockaden, wie man es auch gerne nennt. Wenn Du also so ein Muster an Dir wahrnimmst, und andere sich womöglich noch darüber beschweren, indem sie Dir signalisieren, dass sie Dein Verhalten oder das, was Du sagst blöd, gemein, unfair, bösartig oder so ähnlich an Dir finden, dann wirst Du quasi sehr konfrontativ an etwas Unangenehmes bzw. vielleicht an eine sogenannte Schwäche von Dir erinnert. Da Du damit jedoch nicht im Frieden bist – ob bewusst oder unbewusst – ist der Satz „ich bin halt so“ eine Form der Verteidigung, um möglichst nicht weiter an diesen Makel und diese unangenehmen Dinge erinnert zu werden.

Wenn Du also diesen Satz benutzt, dann achte auch darauf, ob Dich das, was ich hier sage vielleicht verärgert oder auf andere Art und Weise trifft. Und wenn es das tut, dann möchte ich Dir die Idee mitgeben, dass Du mehr bist als das, was Du gerade wahrnimmst, auch wenn Du die ganze Bandbreite dessen, was Du eigentlich alles bist, gerade nicht spüren oder wahrnehmen kannst.

Verständnis und Möglichkeiten

Wenn Du Dich jetzt gerade fragst, auf wessen Seite ich stehe – auf der Seite desjenigen, der den Satz „ich bin halt so“ zu hören bekommt, oder aber auf der Seite desjenigen, der ihn sagt, dann lautet meine Antwort ganz schlicht: Auf beiden, bzw. auf keiner von beiden.

Mir liegt eher daran, Verständnis und Möglichkeiten für beide Seiten aufzuzeigen. Derjenige, der diesen Satz oft benutzt, empfindet vermutlich hinter einer aufgesetzten Arroganz Hilflosigkeit, Ohnmacht, Unsicherheit und Verkehrt sein. Derjenige der diesen Satz zu hören bekommt, darf aufmerksam spüren, was es mit ihm macht: Bringt es ihn vielleicht auch in Gefühlszustände von Ohnmacht, gegen die Wand rennen, Hilflosigkeit oder Wut? Dann gilt es – auch wenn es schwierig ist – sich diesen Gefühlen zu widmen, denn der Ursprung davon ist NICHT die aktuelle Situation, der Ursprung liegt mit großer Wahrscheinlichkeit viel tiefer und ist ein Trigger, ein „Erinnerer“ an etwas Ungeheiltes.

Um in dieses Ungeheilte Frieden hinein zu bringen, muss man sich nicht daran erinnern können, was, wann, wo und wie gewesen ist. Es geht darum, sich dem Gefühl zu widmen, das sich JETZT heute und hier zeigt. Wenn man also, wie ich es gerade gemacht habe, beide Seiten betrachtet, dann wird deutlich, dass es nicht den Täter und das Opfer gibt, also den, der diesen Satz ausspricht und den, der ihn zu hören bekommt, sondern es gibt ganz offensichtlich zwei Personen, die einen guten Schritt auf sich selber zugehen dürfen und sich um ihre inneren Muster, Themen und vor allem Gefühle kümmern dürfen.

Ich möchte noch einen weiteren, sehr spannenden Aspekt zu „ich bin halt so“ beleuchten. Damit geht es dann in wenigen Tagen im zweiten Teil weiter. Ich freue mich, wenn Du wieder dabei bist!

Alles Liebe und Gute,

Deine Lilian

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2018-06-15T10:28:36+00:00

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