Selbstverwirklichung in Beziehungen

Als menschliche Wesen kommen wir mit zwei ureigenen Bedürfnissen auf die Welt: Wir sehnen uns nach Freiheit, nach Selbstverwirklichung, Individualität und Kreativität, aber auf der anderen Seite auch nach Verbundenheit, Nähe und menschlicher Wärme. Mit einem Blick von außen und aus eigenen Erfahrungen scheint das zunächst ein Widerspruch zu sein. Wie kann ich unabhängig sein und gleichzeitig in Liebe verbunden bleiben? Für das Eine, so scheint es, muss ich das Andere aufgeben. Für meine Selbstverwirklichung muss ich Abstriche in meiner Beziehung machen und mich vielleicht sogar trennen, oder umgekehrt.

Musst Du für Deine Freiheit Deine Beziehung aufgeben?

Lass uns ganz konkret an einem Beispiel werden. Zwei Menschen sind für eine gewisse Zeit einen gemeinsamen Weg gegangen. Irgendwann beginnt der eine sich mit Bewusstsein und Spiritualität zu beschäftigen. Er besucht Seminare und möchte sich persönlich weiterentwickeln, entwickelt einen neuen Fokus, mit dem er prüft, was in seinem persönlichen Umfeld noch dienlich für sein neues Ziel ist und was nicht. Plötzlich wird der Partner, der jahrelang an seiner Seite war, zu etwas, dass ihn auf seinem ganz individuellen Weg blockiert: Der andere scheint ihn in seinem persönlichen Wachstum aufzuhalten. Die Augenhöhe zwischen beiden geht verloren. Er sieht zwei Möglichkeiten: Entweder sein Partner „zieht mit“ – kommt zu ihm auf das neue Podest, das er sich gerade zusammenbaut, mit hinauf – oder langfristig läuft die neue Situation auf eine Trennung hinaus, wenn er sich „treu bleiben“ will.

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Annehmen, was jetzt gerade ist

Dabei übersieht dieser Mensch etwas Wesentliches: Er ist genau da, wo er gerade ist – und somit auch in seiner Beziehung – am richtigen Ort. Denn diese Beziehung ist ein Spiegel für seine Lernaufgaben im Leben. Wenn er sie als störend empfindet auf seinem Weg zu einem rosigen Ziel in der Zukunft und sich davon distanzieren möchte, dann bedeutet das genau Eines: Er ist mit dem, was jetzt gerade ist, im Widerstand. Er kann diesen Moment nicht annehmen, seine jetzige Situation nicht akzeptieren. Das ist ein Trick unseres Verstandes, der sich lieber Luftschlösser in der Zukunft baut, anstatt sich mit dem, was um ihn herum geschieht, bewusst auseinanderzusetzen. Denn das würde bedeuten, wirklich zu fühlen, was in diesem Moment gerade da ist – und das sind oft unangenehme Gefühle, die mit Schmerz und Enge verbunden sind, besonders wenn es um Beziehungen geht. Dabei übersieht der Mensch, der ausbrechen möchte, das eigentliche Geschenk, das genau in dieser Situation für ihn liegt: Die Chance wirklich lieben zu lernen, dabei bei sich selbst zu bleiben und sich selbst sogar näher zu kommen.

Wirklich lieben lernen

Wenn wir eine Beziehung mit einem anderen Menschen eingehen, dann passiert häufig etwas, das wir emotionale Verschmelzungen nennen. Meist nehmen wir gar nicht wahr, dass diese vorhanden sind. Nehmen wir einmal an, dass Du derjenige bist, der losgehen will und etwas für sich verändern möchte. Auf einmal nimmst Du, mehr unbewusst noch als bewusst, diese Verschmelzungen in Deiner Beziehung als etwas sehr Enges wahr, dass Dich einschränkt. Und weil es sich unangenehm anfühlt, möchtest Du davon abrücken und in Distanz zu Deinem Partner gehen. Deshalb glaubst Du, wenn Du frei davon wärst, würde Deiner Selbstverwirklichung nichts mehr im Wege stehen. Eine Trennung scheint verlockend. Das Paradoxe ist aber: Dich selbst zu finden und für Dich zu gehen, funktioniert am besten in der Verbindung zu einem anderen Menschen. Denn dieser ist Dein direktester Spiegel dafür, an welchem Punkt du im Bereich Selbstverwirklichung stehst.

Was sind nun aber diese emotionalen Verschmelzungen und wie entstehen sie? Vereinfacht gesagt, hast Du etwas für Deinen Partner getan, das Du vielleicht gar nicht tun wolltest, um dafür etwas von ihm zu bekommen, ganz nach dem Motto: wenn Du mich liebst, dann liebe ich Dich. Du kümmerst Dich um Deinen Partner und sein Wohlbefinden, und er soll im Umkehrschluss auch dafür sorgen, dass es Dir gut geht, dass du dich „richtig“ und gut genug fühlst. Du brauchst ihn, um Dich selbst zu bestätigen und Dich wertvoll zu fühlen. Bislang konntest Du Dir das nicht selbst geben, sondern Du warst darin abhängig von Deinem Partner. Am Anfang einer Beziehung funktioniert diese Strategie vielleicht noch ganz gut, aber irgendwann geht sie nicht mehr auf. Irgendwann kommt es zu Verstrickungen und das ist sehr schmerzhaft. Das, was einst nährte, schwindet. Meist kommt es dann zur Trennung.

Und doch ist es ein Geschenk, wenn Dir diese Verschmelzungen bewusst werden. Es ist ein Geschenk, wenn Du dir erlaubst, wirklich alles zu fühlen, was in diesem Zusammenhang in dir hoch kommt. Nimm auch die Widerstände an, die dabei auftauchen, an. Denn das ist der erste Schritt auf dem Weg zu Dir selbst und auf dem Weg, um wirklich lieben zu lernen.

Deine Wahrnehmung ist Deine Wahrheit

Für Dich selbst sorgen lernen

Die Lösung liegt nicht darin, Deinen Partner zu verlassen, sondern, während Du in Beziehung bleibst, den Fokus auf dich selbst zu legen. Indem du lernst, Dich selbst zu nähren anstelle Deines Partners, kann tiefe Heilung geschehen. Die Vorstellung, dass Ihr in Eurer Beziehung ein Wir kreiert, mit dem Ihr Euch auf ein gemeinsames Podest stellen könnt, ist eine Illusion. Ihr bleibt zwei eigenständige Wesen mit unterschiedlichen Sehnsüchten und Bedürfnissen, mit zwei ganz individuellen Energien. Jeder hat sozusagen sein eigenes Podest, um das er sich kümmern, auf dem er sich selbst ermächtigen darf und für das er auch die Verantwortung trägt. Höre also auf, vom anderen einzufordern, dass er dafür sorgen solle, dass es Dir gut geht. Oder dass er etwas Bestimmtes unterlassen solle, weil es Dir dann schlecht ginge. Wenn das passiert, ist es nicht die Schuld Deines Partners, dass es Dir mies geht. Das Thema war vorher schon da und er diente nur als Trigger, um es Dir bewusst zu machen und in Heilung zu bringen. Damit das geschehen kann, musst Du den Mut haben, gemeinsam mit Deinem Partner im Feuer stehen zu bleiben, anstatt vor den unangenehmen Gefühlen wegzulaufen, indem du auf Distanz gehst.

Deine Wahrnehmung ist Deine Wahrheit

Nehmen wir nun einmal an, Du bist jetzt derjenige, der unter Verlustängsten leidet, weil Dein Partner einen neuen Weg eingeschlagen hat und sich von Dir blockiert fühlt. Selbst darin liegt eine einzigartige Chance, auch wenn sie schwer wahrzunehmen ist in dieser schmerzhaften Situation. Du darfst erkennen, dass Du jetzt schon jemand bist, auch ohne diese Beziehung, der sich auf dem Weg der Selbstverwirklichung befindet – denn auf diesem sind wir immer, ob nun bewusst oder unbewusst. Wenn Du diesen Schmerz oder die Trennungsangst spürst, nimm sie als Anlass, Dich selbst und Deine Gefühle vollkommen ernst zunehmen. Denn Deine Wahrnehmung ist Deine Wahrheit. Alles, was du wahrnimmst und fühlst, ist im Moment Deine Wahrheit und möchte von Dir ernst genommen werden. Keiner kann zu Dir kommen und behaupten, er hätte die richtige Wahrheit und die Deine wäre falsch. Gerade wenn du selber glaubst, Du müsstest schon weiter sein und Dein Schmerz sei irrational, nimm genau das zum Anlass, Dich Dir selbst liebevoll zuzuwenden und Deinen Gefühlen einen Raum zu geben, indem sie da sein dürfen. Am Anfang wirst Du auf Widerstände stoßen, es wird unangenehm sein. Nimm auch das an. Denn wenn du beginnst, Dir Deinen Raum zu nehmen und Dich selbst mit allem anzunehmen, was da gerade in Dir ist, auch wenn es etwas zutiefst Verletzliches ist, beginnt das Dein Partner wahrzunehmen. Nicht mit dem Verstand, aber Deine Einstellung Dir selbst gegenüber ist körperlich für andere wahrnehmbar. Wenn Du dich plötzlich ernst nimmst, dann kann er nicht mehr auf Dich herabschauen, wie er es zuvor getan hat. Plötzlich seid Ihr wieder auf Augenhöhe. Damit öffnet sich eine andere Ebene, auf der Ihr Euch ganz neu und viel tiefer begegnen könnt.

Dich in Deiner Verletzlichkeit zeigen

Nur wenn Du Dir selbst nahe bist, kann auch wirkliche Nähe in Deiner Beziehung entstehen. Wenn Du dir also den Raum genommen hast, indem Du dir selbst und Deinen Gefühlen begegnet und sie angenommen hast, kannst Du das in Deine Beziehung tragen. Indem Du Dich Deinem Partner offen und verletzlich zeigst, gibst Du auch ihm die Erlaubnis, dasselbe zu tun. Wir alle sehnen uns danach, genau das zu tun, aber wir trauen uns nicht. Wir sehnen uns ebenso danach, wahrhaft gesehen und wahrhaft gehört zu werden. Und das ist auch das Einzige, was wir dem anderen in einer Beziehung wirklich geben können, aber dann ist es das wertvollste Geschenk überhaupt: da zu sein, um den anderen zu sehen und zu hören, mit all dem, was er ist. Dann schaut Ihr Euch vielleicht in die Augen, und nehmt plötzlich all die Nähe, Wärme und Verbundenheit wahr, nach der Ihr die ganze Zeit gesucht habt in Eurer Beziehung, die Ihr aber nicht finden konntet, weil Ihr beide so weit weg von Euch selbst wart.

Transformation ist keine Kopfsache

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass viele Menschen nach einer Art Masterkey suchen, der ihr Leben verändert, um nicht zu fühlen, was gerade geschieht. Aber wahre Transformation ist eben kein Kopfkonzept, sondern geschieht automatisch, wenn wir uns darauf einlassen, wirklich alles zu fühlen, was da in uns ist. Sie geschieht dann, wenn wir das Leben in all seiner Intensität an uns heranlassen und zulassen, dass es uns berührt. Mit dieser Aufgabe sind wir auch erst einmal allein: Wir sind es selbst, die die Verantwortung dafür tragen unsere Themen zu klären. Aber unser Gegenüber kann uns dabei helfen, indem er uns als Spiegel dient. Das kann auf bewusste Weise in Liebe und mit offener Kommunikation geschehen, aber auch auf die harte Art: Dann ist unser Partner jemand, der uns triggert und wortwörtlich zum Ausrasten bringt. Auch hierin liegt ein wunderbares Geschenk, das wir nur nicht sofort erkennen, weil es in einer unangenehmen Verpackung daherkommt.

Wenn Du Dich danach sehnst, Dich auf diesen Weg zu begeben, auf dem Du Dir selbst und anderen Menschen näher kommst, aber noch nicht weißt, wie Du das im Alltag konkret umsetzen kannst, dann laden wir Dich von Herzen zu unseren Live-Seminaren ein, auf denen wir Dir die Basics und Tools genau dafür mitgeben. Und falls Du sofort einsteigen möchtest, sei herzlich willkommen in unserer Online-Acadamy, in der Du unser wunderbares Beziehungs-Kommunkations-Tool kostenlos erhältst, dass Dich bei Deiner Herausforderung „Selbstverwirklichung in Beziehungen“ unterstützt.

Wir freuen uns auf Dich, schön, dass es Dich gibt!

Alles Liebe und Gute,

Deine Lilian & Dein Christian

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2018-06-15T10:29:05+00:00

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