Das Unvermeidliche, wenn es um Freiheit geht!

Geboren aus dem Gefühl der Einheit

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Da gibt es Teile in Dir. Teile, die zu Deiner Vollkommenheit gehören. Ich nenne sie Kinder, ja, kleine Kinder. Einstmals waren sie ein fester Bestandteil Deiner natürlichen Lebendigkeit, Deines Seins.

Du kamst vollständig auf die Welt, als ein Ganzes. Geboren aus der Singularität, der Einheit und Liebe hinein in diese Welt der Trennung, Dualität und Spannung zwischen den Polen von Plus und Minus, Gut und Böse, richtig und falsch.

In den ersten Monaten im Leib Deiner Mutter warst Du noch von Wärme und Geborgenheit umgeben. Du warst genährt und versorgt. Einzig diese Wahrnehmung von wechselhaften Energien war neu.

Im Leib Deiner Mutter gab es Weite und Enge, Loslassen und Kontraktion, Entspannung und Spannung, Leichtigkeit und Schwere und auch wenn Du nichts von all diesen Wahrnehmungen verstehen konntest, verrieten Dir Deine energetischen Wahrnehmungen exakt, was stimmig und was nicht stimmig für Dich war.

Nicht, dass Du es hättest interpretieren können, doch da gab es dieses vage Gefühl, gänzlich ohne Erklärung. Eine Sprache ohne Worte, die dir exakt verraten hat, was Liebe ist und was nicht. Du wusstest noch nichts über Angst, Scham, Wut, Verzweiflung und Hass. Für Dich war all dies nur lebendige Energie, die sich in Deinem Körper eng, weit, leicht, schwer, rund, spitz, stechend, weich, warm oder kalt anfühlte.

Es gab noch kein Etikett, keine Bestimmung, Bewertung oder Interpretation. Nur das reine unverblümte und unschuldige Fühlen in Echtzeit verriet Dir, was sich stimmig anfühlte und was nicht.

Der Beginn der Abspaltung

Doch Du warst gefangen in einem Körper, den Du nicht verlassen konntest. Ganz gleich wie schmerzhaft die Unstimmigkeit sich auch anfühlte, Du konntest ihr nicht ausweichen. Du konntest nicht aus der Situation fliehen oder angreifen, um Dich zu verteidigen und zu schützen. Einzig die innere Erstarrung und die Flucht vor dem Fühlen blieb.

Und so lerntest Du schon als Baby, ohne eine andere Wahl zu haben, fühlende Anteile deines Seins abzuspalten, zu verlassen und zurückzulassen. Das, was wir heute als innere KINDER bezeichnen sind nicht selten auch innere Babyanteile aus weit zurückliegenden Tagen. Vergessen und verloren schlummern sie in uns – immer auf der Suche nach Rettung, Liebe und energetischer Nahrung.

Bereits hier begann die Fragmentierung in Anteile Deines Selbst, die durch starke energetische Erschütterung abgespalten wurden, weil ihr weiteres Fühlen unerträglich gewesen wäre oder gar zu Schäden geführt hätte. So wie wir uns lieber einen an Blutvergiftung leidenden Finger abhacken würden als daran zu sterben, dissoziierten wir Teile von uns, damit es weitergehen konnte. Das Leben ist stets dem Leben zugewandt! Auch wenn es Opfer kostet, die Natur findet einen Weg zum Überleben. Diese Natur ist in uns lebendig.

Das Opfer, das wir dafür erbringen mussten, war unsere natürliche, lebendige Vollkommenheit, die das Ertragen weiterer Unstimmigkeiten, energetischer Angriffe oder weiteren Missbrauchs nicht überlebt hätte. Das Fühlen dieser destruktiven Energien war derart unter der Würde unserer menschlichen Natur und den damit verbundenen natürlichen Empfindungen, das wir die Teile, die diese Entwürdigung erfuhren, in unseren tiefsten Keller verbannten.

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Der Preis, den wir bezahlen

Das klingt angesichts unserer heutigen Taubheit und Unberührbarkeit für Energien der Härte, der Gewalt und des Missbrauchs dramatisch und das ist es auch. Wir haben gerade die inneren Anteile abgespalten, die es uns ermöglichen würden, wieder natürlich und gesund zu empfinden. Was daraus entstanden ist, sehen wir auf der ganzen Welt: Menschen, die sich gegenseitig wie geisteskranke, gefühllose Zombies missachten, quälen, abschlachten und missbrauchen. Doch die noch größere Anzahl lebt hinter einem Schleier positiver Gedanken, Illusionen und Konstrukten, die darüber hinwegtäuschen sollen, wie sehr sie sich selbst belügen, betrügen, verraten und verleugnen.

Wir haben gelernt, uns anzupassen und zu funktionieren. Nicht aber, wirklich echt und authentisch wahrzunehmen, was in uns gerade jetzt wirklich lebendig ist. Wir verstellen uns, machen mehr gute Miene zum Bösen als uns lieb ist und verraten damit täglich uns selbst. Das alles ist unter unserer Würde!

Die grundlose Freude, die sprudelnde lebensbejahende Fröhlichkeit und Leichtigkeit blieb für die meisten dabei auf der Strecke.

Dies ist keinesfalls eine Anklage, sondern eher eine traurige Bilanz.

Wie unsere Eltern uns prägen

Was als Baby begann setzte sich fort, denn: Plötzlich warst Du am Licht.

Pressen, pressen und nochmals pressen. Schmerzen, Schreie und unfassbare Anstrengung brauchte es und plötzlich warst Du da. Es war kalt, hell, fremd und seltsam unnah. Vorbei die Geborgenheit des Mutterleibes, Schluss mit dem Versorgt sein. Die Nabelschnur durchschnitten, einen Schlag auf den Po, der einen ersten Atemzug und Schrei fördern sollte. Und wenn Du nicht sofort gehalten wurdest, ergriff Dich sogleich das Entsetzen der Trennung und Verlassenheit.

Nun warst Du abhängig von einer Frau und einem Mann, die Deine Versorger, Lehrer und Götter waren. Deine Eltern!

Von Ihnen solltest Du zunächst alles lernen:

Von der Mutter, wie man eine wirklich glückliche Frau wird – oder vielmehr wie Du Deine weiblichen Energien freudvoll leben kannst. Liebevoll solltest Du durch ein Vorbild erfahren wie Du durch die weiblichen Qualitäten wie etwa Hingabe, Zartheit, Einlassen, Loslassen und Sein, Verletzlichkeit und Nehmen Erfüllung erlangen kannst, ganz gleich ob Du ein Junge oder Mädchen warst.

Vom Vater solltest Du lernen, was es bedeutet ein würdevoller Mann zu sein, der geben kann, der durch sein Aktiv sein, sein Machen und Tun etwas erschaffen kann. Er sollte Dir zeigen, wie Du das, was Du bist, in die Welt bringen und wachsen oder fortpflanzen kannst. Als Mädchen solltest Du lernen, diese mächtigen Energien auf Deine ganz eigene weibliche Art nutzen zu können.

Beide sollten Dich beschützen, versorgen, behüten und Dich lehren, was Ehrlichkeit, Präsenz und wahre Liebe bedeuten. Sie waren dafür zuständig, Dein Selbstbild zu stärken und Dir bewusst zu machen, dass Du ein unfassbar wertvolles Wesen bist, ganz gleich und unabhängig davon wie Du aussiehst, dich gibst oder was Du leistest. Von Ihnen solltest Du lernen, dass Du immer richtig bist, so wie Du bist und genau für diese Einzigartigkeit geliebt wirst.

Vielleicht bist Du noch sensibel genug, um spüren zu können, dass es die eine oder andere Abweichung in Deinem Erleben als Kind gab. Vielleicht kannst Du die inneren Bilder, Impulse und Antworten in Dir wahrnehmen, wenn ich Dich bitte folgende Wörter in Dir wirken zu lassen:

Vater – Mutter – Eltern – Kindheit – Familie – Beziehung – Liebe – Strafe – Trennung

Die Lügen in unserem Kopf

Die Wahrheit ist leider, dass wir unser Leben fast vollständig auf einem Konstrukt von Lügen über uns selbst und das Leben an sich aufgebaut haben. Weil kaum jemand das in seiner Kindheit erlebt oder bekommen hat, was ihm seine Natürlichkeit erhalten hätte. Und weil wir nicht das bekommen haben, was wir wirklich gebraucht hätten, haben wir die Überzeugungen unserer Ahnen übernommen, kopiert und dazu noch eigene – wenig nützliche – entwickelt.

Vielleicht kennst Du ja einige davon. Sie lauten:

Ich bin nicht genug, ich reiche nicht aus, ich müsste mehr und weiter sein, ich bin es nicht wert oder nur, wenn ich etwas schaffe, bin ich wertvoll, ich bin nicht liebenswert, mein Leben ist nicht sicher, ich bin alleine.

Diese Überzeugungen sind in allen Menschen, die ich in meinem Leben getroffen habe, lebendig. Sie treiben uns an und sie ängstigen uns. Und das Gefühl, das sie mitbringen, ist so unangenehm, dass wir alles Erdenkliche tun, um in die Vermeidung des Fühlens zu flüchten.

Das Ergebnis sind Menschen, die aus dem Kopf statt aus dem Körper und Herzen leben. Sie leben in Lügen und gedanklichen Konstrukten, stets im Misstrauen und Zweifel und davon getrieben, dass etwas in ihnen weiß, dass es nur eine Illusion ist, was sie da leben.

Mit kopierten Mindsets, Glaubenssätzen und Selbsthilfekonzepten, nur diesmal natürlich positiven, wollen sie ihr Leben absichern ohne zu merken, das tief in ihnen immer noch Kinder leben, die im Leid von damals feststecken.

Sie sprechen davon ihr Ding zu machen, ohne überhaupt einen tiefen Zugang zu sich selbst zu haben.

Sie suchen ihre Berufung und wollen ihr Leben empowern und vergessen dabei, dass die wahren Gaben in der gebundenen Energie der verlassenen Kinder tief in ihnen zu finden ist. Sie sprechen von Liebe und Heilung und merken nicht, dass ihr Leben voller Bedingungen ist, die eher trennen statt zu heilen, zu verbinden und zu integrieren.

Sie übersehen das Unvermeidliche, dass alles, was sie wirklich ersehnen ausschließlich durch den vollen und direkten Kontakt mit den verwundeten und verlassenen Kindern in ihnen zu erreichen ist.

Diese inneren Kinder bilden als Ganzes unser machtvolles Unterbewusstsein. Sie lenken und steuern nicht nur unseren physischen Körper, sondern in der Tat alle Energien, denen wir begegnen. Sie erschaffen unsere Beziehungen, unsere Körpersymptome, unsere Entscheidungen und unser ganzes Leben.

Von echter Freiheit kann erst dann gesprochen werden, wenn sie gesehen, gefühlt und wieder integriert werden. Bis dahin erleben wir unser Leben – wenn wir es reflektieren – eher wie ferngesteuert.

Kollektive Felder beeinflussen uns

Vielleicht denkst Du grade: Meine Kindheit war wirklich toll und weil sich meine Eltern ja offensichtlich geliebt haben, war sicher auch die Zeit im Mutterleib voller Liebe und Geborgenheit, von daher hab ich mit all dem nichts zu tun. Meine Probleme kommen eher durch die anderen.

Das mag ich Dir sehr gerne glauben, wenn es da nicht den Umstand geben würde, dass Du, wie wir alle als hoch-sensitiv-energetisch wahrnehmende Wesen in eine Welt voller Härte und Spannungen geboren bist. Wir wurden Teil eines morphogenetischen Feldes, das die Konflikte vieler Generationen unserer Ahnen in sich trägt.

Diese Energien, die sich wie innere Kinder in uns zeigen, sind so lange in uns wirksam, bis wir sie durch Selbstannahme und Integration zum vollständigen Frieden und vollständiger Entspannung geführt haben.

30 Jahre als psychologischer Trainer und Coach, 18 Jahre als Therapeut und davon 10 Jahre in der systemischen Familienarbeit haben mich gelehrt, dass Du Deine Familie bist. Ob Du es willst oder nicht.

Mit dem Heranwachsen im Mutterleib wirst Du Erbe der ganzen Geschichte Deiner Eltern. Was in Ihnen verletzt, verwundet oder abgespalten wurde, wird zur Bürde Deines eigenen Lebens. Der Kampf dagegen gleicht Don Quichottes Ringen mit den Windmühlen. Er ist aussichtslos, denn das, wogegen Du kämpfst, sind Deine eigenen Wurzeln, aus denen Du – ganz so wie eine Pflanze – Deine Lebensenergie beziehst.

Wir alle haben unzählige Teile von uns abgespalten, um die Wahrnehmung von Unstimmigkeit, Schmerz und Verletzung zu vermeiden. Diese Teile leben seitdem ohne Würde. Die Abspaltung und das Zurücklassen hat sie entwürdigt, und das Aufrechterhalten dieser Verleugnung entwürdigt sei täglich aufs Neue.

Ganz gleich, wie alt Du heute bist, in Dir leben Babys und Kinder, die aufgegeben, verlassen und damit entwürdigt wurden.

Sie zurückzuholen, sie zu integrieren und dadurch wieder vollständig zu werden – das ist unsere Mission.

Die Würde zurückgewinnen

Das fehlende Bewusstsein für das Schicksal und Leid in uns, lässt uns so taub, unsensibel und unempfindlich gegenüber unseren Gedanken, Gefühlen und Taten sein. Daher können wir auch nicht fühlen, was für uns stimmig ist und was nicht. Wir können es denken, aber nicht fühlen. Denken kann uns keine Sicherheit geben, weil im Denken auch der Zweifel zu Hause ist.

Wir wissen nicht, wer wir sind und wo wir hin wollen. Wir haben so viel von uns selbst verlassen und zurückgelassen, dass wir uns in unserer Fragmentierung nur schwer orientieren können.

Wir nehmen uns als unvollständig, ungenügend und sogar wertlos wahr und anstatt das wieder zu integrieren, was zu uns gehört, betäuben wir uns mit weltlichen Dingen, materiellen Errungenschaften, Süchten, Karrieren, Konsum und Beziehungslügen. Dieser Wahnsinn kann erst dann ein Ende finden, wenn wir uns besinnen und auf den Weg machen, die Kinder in uns zu finden, sie zu erfahren und bereit sind, demütig zu fühlen, was sie in sich tragen.

Wir müssen uns ihnen stellen und das Unausweichliche lernen: Sie ohne Erwartung, ohne Bedingung und voller Erlaubnis ihres Soseins anzunehmen.

Wir kommen nicht umhin ihr Leid zu sehen, es anzuerkennen und zu würdigen. Wir müssen ihnen bedingungslose Hingabe und Zuwendung schenken und diesen Kontakt, wenn er uns ermöglicht wird, ehren und bei ihnen bleiben, wenn sie sich uns vollends zumuten.

Dies ist die Aufgabe wahrhaft liebender Eltern, die ihr Kind würdigen, so wie es ist, statt es verändern, verbiegen oder gar weg haben zu wollen.

Nur so schließt sich der Kreis. Wir selbst können nun die Eltern sein, die wir nie hatten und den Schmerz voller Würde in uns tragen.

So werden wir endlich frei. Die Beziehung zu uns selbst wird ein Vorbild für die Beziehung zu anderen. Liebe kann geschehen, weil wir, statt vor uns selbst zu flüchten, das Lieben gelernt haben. Das zurückgewonnene Potential verbindet sich mit tiefer Intuition und wird so zur Führung unseres Lebens. Das Leben kommt endlich aus dem Herzen des Seins. Wir fühlen uns sicher, denn wir sind verbunden – mit uns selbst und mit dem, was uns ausmacht!

 

Das ist es, was ich Dir wünsche.

Auf diesen Weg laden wir Dich von Herzen ein.

2018-05-09T20:52:58+00:00

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