Teil 2 – Verlieben, Liebe & Sexualität

Bestimmt hast Du dich auch schon einmal gefragt, wie du mehr Verbundenheit und Lebendigkeit in deine Beziehungen bringen kannst? Und vor allem, ob und wie es möglich ist, beides miteinander zu vereinen? Dann herzlich willkommen zum zweiten Teil unserer Reise in die Tiefen der Liebe und Sexualität, auf der wir diesen Fragen auf die Spur kommen werden

Die erste Ebene: Energetischer Magnetismus

Im ersten Teil haben wir bereits darüber gesprochen, was es bedeutet, sich von einem anderen Menschen energetisch angezogen zu fühlen – wenn Du diesen noch nicht gesehen hast, lohnt es sich die erste Folge hier (Link als Verweis) noch einmal anzuschauen.
Dieser kribbelnde Magnetismus ist ein Ausdruck unserer Lebensenergie und die erste der drei Ebenen, in die wir in diesem Vlog tiefer eintauchen werden. Er zeigt sich auf der reinen Wahrnehmungsebene als Faszination und sexuelle Anziehung für einen anderen Menschen. Als ein Impuls, gegen den wir uns nicht wehren können, der aber auch kommt und geht, wenn wir uns erlauben, diesen einfach nur zu fühlen, anstatt ihn, wie es so oft in unserer Geschichte passiert ist und auch noch heute noch passiert, durch dogmatische Deckel zu unterdrücken. Auf dieser Ebene findet noch keine Interpretation statt. Wir nehmen „wahr“, das heißt, wir bekommen über unsere Sinne einen Eindruck von der Wahrheit, wenn wir bewusst bei diesem Prozess bleiben, ohne bereits zu bewerten, sondern diesen annehmen, wie er sich zeigt.

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Die zweite Ebene: Wir „ver“lieben uns

Doch meist bleiben wir nur kurz auf dieser reinen Wahrnehmungsebene: Unser menschliches Gehirn ist bestrebt danach, möglichst schnell die Dinge, die es wahrnimmt, einzuordnen, so dass es sie einschätzen kann. Nehmen wir einmal an, dass Du Single bist: Du begegnest einem Mann oder einer Frau, die Du attraktiv findest. Mit all deinen Sinnen fühlst Du dich zu diesem Menschen hingezogen und so beginnst Du dich zu „ver“lieben: man könnte auch sagen, Du liebst am anderen vorbei. Denn bei diesem sogenannten „Verlieben“ verlässt du die Ebene der Wahrheit und begibst dich in die Sphären der Interpretation und Illusion. Hier kommen all Deine unerfüllten Sehnsüchte und Bedürfnisse ins Spiel, die Du vom „Objekt deiner Begierde“ erfüllt bekommen möchtest. Der anziehende Mensch wird so zur Frau oder zum Mann Deines Lebens, ohne den Du nicht mehr leben kannst. Auch bestimmte Lebensthemen bringen Dich dazu, dich in einen anderen Menschen zu verlieben, damit sie sich im Spiegel dieser Beziehung zeigen und lösen können. Du setzt Deine rosarote Brille auf, durch die Du deinen Geliebten oder Deine Geliebte nur so siehst, wie du sie haben möchtest. Durch dieses Konzept, das Du von deiner Beziehung im Kopf kreiert hast, hängst Du an deinem Gegenüber wie eine Motte an der Mottenfalle: Hier sollen all Deine Sehnsüchte wahr werden. Oft malst Du dir die Beziehung mit diesem Menschen über Jahre bunt, sodass ihr eigentlich nur einen Schein lebt, aber Euch gar nicht in der Tiefe kennt. Am Ende führt diese Vorstellungs- und Illusionswelt aber immer zu Leid. Nämlich dann, wenn sie sich auflöst. Und das passiert früher oder später. Es ist, als wärst Du die ganze Zeit Achterbahn gefahren: plötzlich spuckt sie Dich aber auf den Boden Tatsachen zurück, völlig durcheinandergewirbelt.

Die dritte Ebene: Lieben lernen

Der nächste Schritt nach dem „Verlieben“ führt Dich in die Liebe, wenn Du dich darauf einlässt. Denn Lieben lernen ist oft unangenehm: Auf dieser Ebene lässt du alle Konzepte und Vorstellungen wieder los, um zur Wirklichkeit zurückzukommen. Du stellst Dir die Frage, wer der Mensch, den Du da ausgewählt hast, denn wirklich ist, wenn er nicht mehr die Erwartungen erfüllt, die Du an ihn gestellt hast. Denn das passiert häufig in Beziehungen: Gerade in der Verliebtheitsphase spüren wir die Bedürfnisse unseres Partners und passen uns an, um dem anderen zu gefallen. Kaum einer ist zu Beginn so differenziert und mutig zu sagen, dass er Deine Projektionen wahrnimmt. Nicht jeder traut sich zu fragen, ob Du seine Wahrheit und seine Wahrnehmung der Dinge hören möchtest. Denn für unseren Verstand mutet so etwas sehr unromantisch, ja schon nüchtern an. Doch an diesen Punkt werdet Ihr in Eurer Beziehung früher oder später sowieso kommen, wenn ihr Eure Liebe erwachsen werden lassen möchtet. Andernfalls bleibt Ihr im Schein stecken, in einem maskierten aneinander Vorbeileben. Oder die Beziehung scheitert irgendwann an den Mauern, die Ihr Euch nicht traut einzureißen.

Habe den Mut, Dich zuzumuten

Der Mut Dich mit all Deiner Verletzlichkeit zu zeigen

Was kannst Du also tun? Wenn Du Dir in Deiner Beziehung mehr Lebendigkeit und Nähe wünschst, führt kein Weg daran vorbei, dass Du Dich darin mit all Deiner Verletzlichkeit zeigst. Es geht darum, dass Du es dir wert bist, vor Dir selbst und somit auch vor anderen ehrlich zu sein. Vielleicht kommt Dir das vermessen vor oder sogar gefährlich, vor allem, wenn Ihr ganz am Anfang steht und Euch gerade kennenlernt. Wird mich der andere lieben, wenn ich mich ihm auch mit meinen Macken und meinen Schwächen gleich zu Beginn zeige?, fragst Du dich. Wird er sich nicht umdrehen und nach jemand anderem umschauen, wenn ich ihm nicht das perfekte Bild seiner Traumfrau oder ihres Traummannes liefere? Anders gefragt: Bist du bereit, jahrelang mit dieser Lüge in Deiner Beziehung zu leben, bis der Schein dann irgendwann auffliegt und Du doch verlassen wirst? Nur, wenn Du von Anfang an ehrlich zu Dir selbst und anderen bist, kannst Du auch Beziehungen führen, in denen Du Dich mit allem, was dich ausmacht, voll einbringen kannst. Andernfalls musst Du immer etwas zurückhalten; einen essentiellen Teil von Dir selbst verstecken. Damit verrätst Du in erster Linie dich selbst, aber wir gehen sogar noch weiter: Es ist auch ein Verrat an dem anderen, wenn Du dich nicht mit Deiner Wahrheit zeigst. Es kann sein, dass Dein Partner dich auch nach Jahren Beziehung nicht wirklich kennt. So wenig wie Du ihn.

Bleibe freundlich mit Dir

Wenn Du dich jetzt „ertappt“ fühlst, dann bitten wir Dich um folgendes: Sei freundlich zu dir. Verurteile dich nicht. Diese Verhaltensmuster hast du in Deiner Kindheit gelernt: Vielleicht warst Du das kleine Mädchen, das immer brav sein und sich nicht zumuten sollte? Oder der kleine Junge, dem früh gezeigt wurde, dass es nicht erwünscht ist, sich mit all seinen Gefühlen zu zeigen? Egal, wie es passiert ist, an irgendeinem Punkt hast Du gelernt, dass Du entweder zu viel bist oder nicht gut genug. Und all das trägst Du jetzt in Deine gegenwärtigen Beziehungen hinein. Du versuchst Dich immer noch anzupassen, um geliebt zu werden.
Bleibe also freundlich mit Dir. Etwas in Dir wacht gerade auf und sieht zum ersten Mal bewusst Dein Verhalten, das bis jetzt immer von Deinem Unterbewusstsein gelenkt wurde. Bislang konntest Du gar nicht anders handeln. Aber jetzt öffnet sich ein kleines Tor, das Dir die Möglichkeit bietet, etwas zu verändern. Du hast die Wahl weiter in die Unehrlichkeit zu gehen oder den Schritt in die Ehrlichkeit zu machen. Gehe in Deinem Tempo los, mit so kleinen Schritten, wie du sie brauchst. Aber sei es Dir wert, zu Dir und Deiner Verletzlichkeit zu stehen. Sei es Dir wert, vor allem auch vor Dir selbst gegenüber ehrlich zu sein. Vielleicht beginnst Du mit einer ganz kleinen Lüge, mit der Du aufräumen möchtest.
Es ist die Angst davor, die Überzeugung, die Dir sagt, dass Du nicht gut genug oder zu viel bist, zu überprüfen, die Dich in einer Starre hält. Du weißt gar nicht, ob sie wahr ist. Aber allein der Gedanke daran, dass sie wahr sein könnte, hält Dich davon ab, bestimmte Dinge von Dir zu zeigen. Als unklares Fantasiegebilde schwebt es in Deinem Kopf und verunsichert Dich.

Eine Einladung an Dich

Es ist uns ein Herzensanliegen, Dich einzuladen, Dich mit allem, was Dich ausmacht, zuzumuten. Denn, wie schon erwähnt, wenn Du Dich in einer Beziehung mit dem zeigst, was gerade in Dir ist, dann bist Du vor allem Dir selbst gegenüber ehrlich. Wenn Du Dich vor anderen nackig machst, dann geht es auch um die Beziehung, die Du zu Dir selbst hast. Erst, wenn Du die Liebe in Dir selbst und für Dich selbst fühlen kannst, dann kannst Du damit auch in Deiner Beziehung sichtbar werden. Wenn Du Dich annimmst, mit all Deinen Licht- und Schattenseiten, dann findest Du auch mehr und mehr den Mut Dich mit ihnen vor anderen zu zeigen. Das ist es letzten Endes, nach dem wir uns alle sehen: Wir wollen so geliebt und gesehen werden, wie wir sind. Wir wollen bei uns selbst ankommen. Und diese Liebe beginnt mit Dir selbst. Jetzt – als Erwachsener – hast Du die Wahl etwas zu tun, was Du als Kind gar nicht konntest: Nämlich Dich zuzumuten mit deinem ganz eigenen So-Sein, zunächst Dir selbst und Schritt für Schritt auch in Deinen Beziehungen. Dafür musst Du gar nicht so viel Neues lernen. Es geht vor allem darum, das, was Dich zurückhält, wieder zu verlernen, die Dogma und Glaubensmuster in deinem Kopf abzulegen wie Kleider, die dir längst zu klein geworden sind. Das öffnet einen Raum, in dem Du wirklich da sein kannst, mit dem, was du jetzt und hier bist – und nicht als das, was Dir Deine Vergangenheit über dich erzählt. Wenn Du diesen Raum betrittst, dann hast Du den ersten Schritt gemacht, der Dich auf Deinen Weg hin zu
wirklicher Nähe, Verbundenheit und Liebe führt.

Wenn Du Dir Unterstützung auf diesem Weg wünschst, dann sei herzlich willkommen in unserer Online-Acadamy. Wir haben dort ein kostenloses Tool zur Beziehungskommunikation für Dich entwickelt, dass Dir dabei hilft über deine Sehnsüchte, Bedürfnisse und Lebensthemen mit Deinem Partner zu kommunizieren. Falls Du noch tiefer einsteigen möchtest, um die Liebe wirklich in Deinem Leben zu verkörpern, dann laden wir Dich zu einer unserer Live-Experiences ein. Und wenn Dich dieses essentielle Thema bewegt und berührt hat – so wie es das auch uns immer wieder tut, auch, weil es in seiner Wichtigkeit für das Leben und die Welt nicht zu unterschätzen ist – dann freuen wir uns, wenn Du diesen Vlog mit deinen Freunden und Bekannten teilst.

Wir freuen uns auf Dich, schön, dass es Dich gibt!

Alles Liebe und Gute,

Deine Lilian & Dein Christian

Die Live Seminare der Experience >>>
2018-04-18T11:42:45+00:00

2 Comments

  1. Heidi Februar 26, 2018 at 2:11 pm - Reply

    Hallo ihr 2,
    nach dem Lesen dieses Artikels würde ich sagen „Liebe ist nichts für Feiglinge“ trifft mein Resumè wohl ganz gut 🙂
    Aber es ist genau richtig auf den Punkt gebracht: Je tiefer wir uns auf eine Beziehung einlassen, desto besser lernen wir uns selbst kennen. Deswegen sind Beziehungen auch wie eine gute Schule für`s Leben, glaube ich.. Und je mehr wir uns und unsere Stärken und Schwächen kennen und genau diese akzeptieren und annehmen, desto besser kann Liebe für uns gelingen. Alles steht und fällt
    letztendlich mit uns selbst.
    Danke für den tiefgreifenden Artikel und viele Grüße.
    Heidi

    • Christian Rieken Februar 26, 2018 at 4:38 pm - Reply

      Ja, Liebe braucht MUT! Danke für Deinen Kommentar ❤️

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