Wie funktioniert Selbstliebe?

Selbstliebe ist in der spirituellen und Persönlichkeitsentwicklungs-Szene in aller Munde. Doch kaum einer weiß wirklich, was Selbstliebe ist und wie sie funktioniert. Denn über Selbstannahme zu reden, das ist eine Sache. Sie wirklich zu verkörpern und leben, eine ganz andere.

Vielleicht fragst Du Dich: Warum sollte ich mich überhaupt mehr lieben und annehmen können? Was bringt mir das? Für viele Menschen ist das Wort „Selbstliebe“ einfach zu abgedroschen.

Ganz ehrlich, das kann ich verstehen: Der Begriff „Liebe“ ist weit gegriffen. Wer weiß schon, was das heißt und wie genau wir das definieren sollen? Es gibt so viele Arten von Liebe. Und oft verwechseln wir das, was wir in unserer Kindheit erfahren haben, mit Liebe – auch wenn es nicht so prickelnd war. 

Wie wäre es deshalb, wenn Du im ersten Schritt damit beginnst, freundlicher mit Dir zu sein statt Dich zu verurteilen? Vor allem in Situationen, in denen Du wieder einmal etwas nicht geschafft hast!

Wie wäre es, statt Vorwürfen Mitgefühl für Dich zu entwickeln? Immer dann, wenn Du Dir immer wieder vornimmst, etwas zu verändern und zum gefühlt hundertsten Mal scheiterst!

Freundlichkeit und Mitgefühl mit Dir selbst helfen mit der Zeit innere Ruhe, Stabilität und Zuversicht aufzubauen. Wie ein freundlicher Coach oder Trainer an Deiner Seite kannst Du Dich dann motivieren, wirklich etwas zu verändern – und zu dem Menschen zu werden, der Du sein kannst.

Es geht gar nicht darum, dass Du Dich sofort in allen Bereichen lieben musst. Oder gar erst dann andere Menschen lieben kannst, wenn Du es gemeistert hast, Dich selbst zu lieben. Wenn Dir diese Art von Selbstliebe nicht gelingt, dann landest Du sofort wieder in einer zerstörerischen Spirale von Selbstabwertung. Beginne deshalb lieber in kleinen Schritten, indem Du lernst freundlich mit Dir zu bleiben, wenn Du im Alltag aus der Kurve fliegst.

Selbstliebe praktisch im Alltag kultivieren

Das klingt sinnvoll, nicht wahr? Doch beginnen wir von vorne: Was genau sind die ersten Schritte, wenn Du Freundlichkeit in Deinem Leben kultivieren möchtest?

Du bemerkst etwas an Dir, das Du nicht magst und anders haben willst – und Du hast wirklich lange schon den Vorsatz, diese eine Sache zu ändern: Sei es die Angst davor, Deine Meinung offen zu sagen. Oder der Wunsch, nicht so aus der Haut zu fahren, wenn Dein Partner eine bestimmte Sache sagt. Jedenfalls bist Du von diesem Thema schon richtig genervt. Du willst das so nicht mehr erleben und Dich auf keinen Fall weiterhin so fühlen.

Wenn Du also bei diesem Thema wieder einmal aus der Kurve fliegst, dann ist genau das Dein Moment des Trainings. Denn es bringt nichts, wenn Du zwar jeden Morgen eine tolle Routine oder Meditation machst, bei der Du ganz im Frieden mit Dir und der Welt bist. Und dann bei Deinen täglichen Herausforderungen trotzdem wie immer reagierst. Und das, obwohl Du so gerne anders handeln würdest, aber Deine Reaktionen sind doch schneller als Dein bewusster Wille.

Die wirklichen Veränderungen finden mitten im Alltag statt, wenn Du emotional und mental Schiffbruch erleidest. Denn hier zeigt sich, ob Du die Dinge wirklich kultiviert und verkörpert hast. Oder ist Deine Morgenroutine nur ein weiteres Konzept, dass Dich praktisch jedoch keinen Schritt weiterbringt?

Das annehmen, was ist

Zurück zu der herausfordernden Situation im Alltag: Das ist Dein Moment, um Selbstmitgefühl zu lernen und zu praktizieren. Du kannst beginnen freundlich mit Dir zu sein, indem Du einfach wahrnimmst: „Da ist das. Das geschieht gerade. Aha, interessant“.

Dem musst Du nichts hinzufügen. Denn selbst ein „Da ist das schon wieder“ ist eine Abwertung, die Dich in die alte Selbstverurteilung zurückzieht. Du machst Dir dann Vorwürfe im Sinne von: „Wie blöd bist Du, hast Du es immer noch nicht kapiert?“. Deine emotionale Ladung und Deine destruktiven Gedanken häufen sich.

Geh stattdessen in die reine Wahrnehmung – ohne Interpretation und Wertung: Nimm das, was in Dir geschieht so neugierig wahr, als hättest Du es noch nie in Deinem Leben erlebt. Selbst, wenn es Dir schon tausend Mal passiert ist. 

In der Achtsamkeit nennen wir diese Neugier und Offenheit für jeden neuen Moment den „Anfängergeist“. Es ist die hohe Kunst, jeden Moment als einmalig und einzigartig wahrzunehmen, selbst wenn es Dir wie die alte Schleife vorkommt. Denn in den Nuancen dieses Augenblickes passiert nichts so wie es schon einmal dagewesen ist.

Entwickle eine gewisse Neutralität in Dir statt Dir selbst mit der Peitsche immer wieder eins drauf zu hauen: Einen distanzierten Beobachter, der sich nicht vom Geschehen abtrennt, sondern nur einen Schritt zurücktritt, um die Situation aus einem anderen Blickwinkel zu beobachten: „Aha, das ist jetzt gerade da“. Dieser Umgang mit Dir selbst neutralisiert Deine emotionale Ladung und Vorwürfe.

Sei liebevoll mit Dir

Es geht also gar nicht um das, was im Außen passiert und Dich auf die Palme bringt oder zu Deinem Rückzug führt. Es geht darum, zu lernen, dass Du die Wahl hast, wie Du auf diese äußeren Umstände in Zukunft antworten möchtest. Das gelingt Dir durch Freundlichkeit zu Dir selbst, denn dann kann Raum für neue Antworten in Dir entstehen. Wenn Du zu Dir sagst: „Da ist das und es ist okay, dass es da ist“, dann beendest Du Deinen Widerstand. Vielleicht gelingt es Dir sogar zu lächeln, weil Du diese alte Spiel und Deine Reaktion darauf schon so gut kennst. Begegne Dir so freundlich wie Du es mit einem Kind tun würdest, das mal wieder etwas verbockt hat und Deine liebevolle Annahme und Anleitung braucht. Denn kein Kind verbessert sich durch Strafe oder Abwertung.

Wir alle wollen uns wohl mit uns fühlen – so wir sind. Denn eines kennen wir schon zur Genüge: den Glauben daran, nicht genug oder falsch zu sein. Mit Selbstmitgefühl kannst Du verhindern, dass Du diese Spirale nach unten weiter verstärkst. 

Wenn Du merkst, dass diese Schleife der Selbstabwertung schon begonnen hat, ohne dass Du es bemerkt hast und Du bereits im Widerstand gelandet bist, dann beginne an genau diesem Punkt: Das ist Dein Moment, um Selbstliebe wirklich zu lernen!

Du tust es nicht absichtlich oder böswillig, wenn es Dir einfach nicht gelingt, eine Situation zu verändern. Dein Verhalten geschieht so schnell und automatisch, dass Du vorher gar nicht die bewusste Wahl hast. Es passiert und erst dann hast Du die Möglichkeit mitzubekommen, wo Du reingerauscht bist. Wenn Du Dir jetzt wieder einen Vorwurf machst, dann verstärkst Du die altbekannte Schleife. 

Selbstliebe wird Dein Leben nachhaltig transformieren

Du kannst diese automatischen Reaktions-Kreisläufe beenden, indem Du bemerkst, was da jetzt gerade in diesem Moment läuft. Egal, wie oft es schon schiefgegangen und wie oft Du im Widerstand gewesen bist. Sei JETZT freundlich mit Dir. Antworte liebevoll. Wenn Du konsequent dran bleibst, wirst Du bemerken, dass Du die Spirale der Selbstabwertung immer früher unterbrechen und einen anderen, heilsamen Umgang mit Dir und herausfordernden Situationen entwickeln kannst. Du bist nach und nach in der Lage, wirklich anders zu antworten und Dich dadurch zu verändern.

In diesem Sinne: (Selbst-)Liebe hat für mich nichts mit Erwartungs- oder Bedingungslosigkeit zu tun. Liebe bedeutet für mich, die Dinge und Dich selbst lassen zu können, wie sind: das radikale und konsequente Ja zu dem, was gerade ist. 

Inwieweit bist Du in der Lage, Dir selbst zu geben, wonach Du Dich am meisten sehnst: geliebt zu werden, so wie Du bist? Kannst Du Dich lassen, auch wenn Du es in Deiner Vergangenheit und in Deinem Umfeld bislang anders erfahren hast? Du kannst lernen, Dich nachzunähren und die beste Mutter und der beste Vater für Dich zu sein, die Du je hattest!

Von da aus beginnt tatsächlich Transformation und Deine Lebensqualität wird sich enorm verbessern. Es sind oft die kleinen, unscheinbaren Schritte, die in ihrer Summe den Durchbruch ausmachen.

Ich freue mich über Dein Feedback: Schreibe mir gerne in den Kommentaren, was Deine individuellen Herausforderungen zum Thema Selbstliebe sind: Wann fliegst Du aus der Kurve? Was brauchst Du, um Dich entfalten zu können?

 

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