Im Feuer stehen bleiben – Teil 2 – Beziehungen

Im zweiten Teil dieses Vlogs steigen wir noch tiefer ein ins Thema: Was es bedeutet, im Feuer stehen zu bleiben und warum es trotz der Intensität, die wir oft fürchten, so lohnenswert ist. Falls du den ersten Teil noch nicht gelesen oder gehört hast, dann kannst du das hier tun, um auch alles zu verstehen. 

Die Angst vor dem Fühlen

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Am Ende des letzten Teils waren wir an dem Punkt angekommen, dass Freiheit letztendlich bedeutet, Dich jenseits aller Konzepte – moralischer, Beziehungskonzepte, politischer – in Deinem Sosein annehmen zu können. Das bedeutet, das, was gerade in Dir lebendig ist, mit allem annehmen zu können und so immer mehr zu erkennen, was Liebe ist: Ja zu Dir selbst zu sagen, ohne Erwartungen zu stellen oder irgendetwas weghaben zu wollen. 

Denn oft erfährt ein Teil in uns, der Angst hat oder traurig ist, genau diese Nötigung: „Du musst doch nicht traurig sein!“ oder „Du musst doch keine Angst haben“, wie oft mussten wir das als kleine Kinder von unseren Eltern hören, wenn die Tränen flossen oder wir uns fürchteten? Was wir daraus lernten waren zweierlei Dinge: Erstens bekamen wir das Gefühl vermittelt, dass etwas mit uns und unserem Sein nicht stimmte und zweitens lernten wir, uns zu verstellen, die Gefühle zu unterdrücken und begannen diese sogar zu fürchten. Zwanzig Jahre später sitzen wir dann beim Therapeuten, weil wir nie gelernt haben, wie wir mit diesen Gefühlen umgehen können. 

Wie Heilung möglich wird 

Da ist bist heute noch ein inneres Kind in Dir, in dem all die unterdrückten Gefühle von damals weiterleben. Dieses Kind in Dir will angenommen und begrüßt werden. Wenn Du Dir wirklich Zeit nimmst, mit ihm in Stille da zu sein, egal was sich zeigt, dann lernt es im Nachhinein, dass es doch richtig ist, so wie es ist. Wunden durch Beziehungen entstehen, wenn etwas nicht sein darf. Sie können deshalb nur heilen, wenn etwas wieder sein darf, wenn etwas endlich gesehen und angenommen wird. Die Erlaubnis dazu ist Liebe. 

Dadurch lernt das Kind nicht nur, dass es richtig ist, es verliert auch die Angst vor den Gefühlen, die es nie richtig zulassen und fühlen konnte. Wir fürchten intensive Emotionen wie Wut, Angst, Scham und Traurigkeit, weil unser Verstand oft glaubt, dass wir beim Zulassen dieser Gefühle  sterben müssten. Werden diese Emotionen zugelassen und als Welle erfahren, die nach einer gewissen Zeit wieder abklingt, egal, wie heftig sie war, lernt das Kind, dass es diese überstehen kann, auch wenn es z.B. starke Trauer empfindet, weil der Hund oder die Oma gestorben ist. Ursprünglich war es gar nicht das Kind, dass diese Angst mitgebracht hat. Vielmehr hatten die Eltern selbst Angst vor ihrem inneren Erleben und haben diese Furcht an ihre Kinder weitergegeben, nach dem Motto: Was bei mir nicht sein darf, das darf auch bei meinem Kind nicht sein. Und so gehen wir bis heute noch mit unseren inneren Kindern um. Die Frage ist, wann wir endlich damit aufhören und diesen Kreislauf durchbrechen.

Wie Du in Deinen Beziehungen authentischer wirst 

Im ersten Teil hatten wir auch davon gesprochen, dass wir uns Strategien zurechtlegen, um unsere Begegnungen mit anderen Menschen zu manipulieren, damit nicht die wunden Punkte und vergrabenen Gefühle in uns berührt werden. Wir haben vor der Begegnung schon einen genauen Film Kopf, was wir anziehen, sagen und wie wir uns verhalten werden. Oft nutzen wir diese Möglichkeiten auch, um uns als Opfer darzustellen. Es gilt, all diese Strategien ohne Bewertung zu erkennen – und sogar, diese zu begrüßen. Denn etwas in uns glaubt, so wie wir sind, in einer Beziehung nicht zu genügen und irgendwie nicht richtig zu sein. Diese Strategien dienen immer einem Zweck, meistens sollen sie uns vermeintlich beschützen. Wenn wir sie jedoch sehen und annehmen können, als das, was sie sind, dann wird es durch diese Erkenntnis möglich, uns ein wenig mehr zu zeigen mit dem, was gerade in uns ist. Vielleicht gelingt es uns sogar, das Thema, das wir immer vermieden haben, doch anzuschneiden. Indem wir so ein bisschen echter werden, bekommen wir mehrere Geschenke: Mit jedem kleinen, authentischen Schritt aus uns selbst heraus gewinnen wir mehr Vertrauen in uns selbst. Wir erfahren, dass wir doch richtig sind, so wie wir sind; dass wir genug sind. Und wir rühren auch tief im anderen etwas an, dass sich genauso danach sehnt, sich zu zeigen und endlich angenommen zu werden. So hat auch er die Möglichkeit, von seiner Seite mehr Echtheit in die Begegnung einzubringen. 

Veränderung beginnt im Körper 

Am Anfang ist es zwar wichtig, sich bewusst zu machen, welche wertenden Gedanken uns davon abhalten, uns in unseren Beziehungen zu zeigen. Doch wenn wir auf dieser Ebene stehen bleiben und nicht den Körper miteinbeziehen, dann kann sich auf praktischer Ebene in unserem Leben nichts transformieren. Vielleicht findest Du, wenn Du in die Körperwahrnehmung gehst, an irgendeiner Stelle noch Wut auf eine Freundin von der letzten Begegnung. Die Kunst ist es jetzt, bei der nächsten Begegnung mit der Freundin, mit der Wut, die meistens an einem ganz bestimmten Ort in deinem Körper sitzt, in Kontakt zu bleiben, während Du ihr in die Augen schaust. So bleibst Du mit Deinem Fokus im Körper, während Du zu ihr sagst: „Ich spüre immer noch eine Wut in mir wegen letztem Mal“. Was macht das mit Dir, was macht das mit ihr? Diese ehrliche Kommunikation aus dem Körper, die die Qualitäten von Sanftheit, Verletzlichkeit und Echtheit in sich trägt, ist der Schlüssel für wahrhaftige und tiefe Begegnungen und Beziehungen und für jegliche Transformation. Es braucht gar keine abgefahrenen Konzepte oder hochgestochenen Mindsets, nur dieses schlichte und oftmals doch so komplizierte Hinspüren und Einlassen auf den Moment: Immer wenn ich eine Ladung in mir spüre, egal ob das Wut, Traurigkeit oder etwas anderes ist, dann bleibe ich bei mir und teile es mit dem anderen, ohne in die Projektion zu gehen. Das Bei-mir-bleiben gelingt am besten, wenn ich mit meinem Körper verbunden bleibe. Diese Art der Kommunikation öffnet Türen, hat das Potential tief zu berühren und Liebe und Vertrauen zu stärken. 

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Heilige Beziehungen 

Auf einer Meta-Ebene können wir davon sprechen, dass jede unserer Begegnungen und Beziehungen eine heilige Beziehung ist, die vom Leben gewollt ist. Mit unserem kleinlichen Verstand versuchen wir nun, diese Beziehungen zu kontrollieren und zu manipulieren, anstatt im Feuer stehen zu bleiben. Doch das Leben ist intelligenter und größer als wir und wahrscheinlich werden wir es nie verstehen. Es sorgt immer wieder dafür, dass Begegnungen, die sein sollen, zusammengeführt werden. 

Wir leben im Moment in einer Zeit, in der technische Fortschritte zu einer gewissen Schnelligkeit führen. Oft wird auch von der sogenannten „Wegwerfgesellschaft“ gesprochen. Viele verhalten sich auch in Beziehungsangelegenheiten auf diese Weise: Auf Internetplattformen herrscht eine schier endlose Auswahl an möglichen Partnern. Wenn der eine bestimmte Kriterien nicht erfüllt, dann probieren wir es eben mit dem nächsten. Die Idee von einer heiligen Beziehung geht hier verloren. Weil wir die Menschen, denen wir begegnen, so schnell aussortieren, haben wir gar nicht mehr die Möglichkeit, die Geschenke zu erhalten, die in jeder Beziehung liegen. Wirkliche Begegnung braucht Langsamkeit, braucht ein Hinspüren mit dem ganzen Körper, um zu erkennen, welches heilige Wesen mit seinen wunderbaren Eigenarten da überhaupt vor mir sitzt. Langsamkeit ist wichtig, um zu erkennen, welcher Mensch welches Gefühl aus der möglichen Bandbreite in mir auslöst und was genau er da in mir lebendig macht. Es gehört auch dazu, dass wir in Beziehungen aneinander geraten, da wir unterschiedliche Wesen mit verschiedenen Ansichten sind. Das ist Lebendigkeit. Wenn wir dabei mit unseren Körpern verbunden bleiben, erkennen wir gleichzeitig, dass wir auch im Streit in Beziehung bleiben können: Etwas in uns mag diesen Freund und muss ihn nicht gleich aus unserem Leben ausschließen, nur weil er etwas in uns angetriggert hat. 

Liebe, Vertrauen und Freiheit 

Stelle Dir also die Frage: Möchtest Du wirklich gesehen, gehört und als würdevolles Wesen anerkannt werden? Möchtest du berührt und geliebt werden? Wenn Du dazu ein Ja in Dir finden kannst, dann findest Du auch die Kraft, all die Selbstlügen, den Verrat an Dir und die Selbstverletzungen zu erforschen und sie schließlich zu unterlassen und nicht auf andere projizieren zu müssen. Dann musst Du dich auch nicht mehr im Außen vor irgendwelchen Verletzungen schützen: Du bist reines Bewusstsein. Das Außen zeigt Dir nur als ein Spiegel, was Du mit Dir selbst machst. 

Dieser Weg führt Dich zu immer mehr Liebe, Vertrauen und Freiheit. Je mehr auch Lilian und ich noch aus dem Herzen und der Tiefe teilen, desto mehr merken wir, dass wir genau das weitergeben möchten: Liebe, Vertrauen und Freiheit – in dieser Reihenfolge – sind die Schlüssel zu einem erfüllten Leben auf allen Ebenen. 

Liebe bedeutet, sich Dir zuzuwenden, mit allem, was sich in Dir zeigt. Vertrauen bedeutet, sich auf etwas Größeres zu fokussieren, auch wenn es im Moment noch nicht greifbar ist: Wenn Du Verbindung zu Dir selbst über Deinen Körper herstellst, dann entdeckst du etwas Größeres in Dir, dass weiß, das Heilung möglich ist. Und Freiheit bedeutet zweierlei: Dich in Deinem Sosein zeigen zu können, ohne Dich verstellen zu müssen. Und außerdem, aufzuhören Dich mit Deinen Selbstlügen, dem Gefühl, es nicht wert zu sein und den Wunden der Vergangenheit zu identifizieren, wenn Du Dich auf den Weg machst, zur echten und besten Version, die Du sein kannst: So lernst Du, in jedem Moment gut mit Dir selbst zu sein, trotz allem. 

 

Auf diesem Weg begleiten wir Dich gerne. Fühl Dich herzlich eingeladen in unsere Online-Academy mit vielen Gratis-Angeboten, und, wenn Du richtig tief einsteigen willst, zu unseren Live-Seminaren, in denen Du all die Dinge, über die wir sprechen, am eigenen Körper erfahren kannst. 

Alles Liebe und Gute 

Deine Lilian & Dein Christian 

2018-06-15T10:16:14+00:00

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